Was ist eigentlich CO2?

CO
2 oder Kohlendioxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, bei alkoholischer Gärung sowie bei der menschlichen und tierischen Atmung entsteht.

Etwa 50 % des laufend entstehenden Kohlendioxid wird von Pflanzen unter Rückgabe von Sauerstoff assimiliert. So entstand in Jahrmillionen die Sauerstoff-Atmosphäre der Erde. Deshalb ist CO
2 - in der Luft mit 0,03 % enthalten - unverzichtbar für jedes Leben und Wachstum.

Technische Gase finden heute in vielen Bereichen - auch besonders in der Lebensmittelindustrie - vielfältige Einsatzgebiete. Sie werden z.B. in ihrer Eigenschaft als tiefkaltes Kältemittel, als inertes Gas oder in überkritischem Zustand als Lösungsmittel verwendet.

Lange Gasservice nutzt das anerkannte Kohlensäure-Know-how besonders für technologische Lösungen für Kunden, die bewusst auf chemische Lösungsmittel verzichten wollen oder müssen. Neben dem bekannten Einsatzgebiet der Kohlensäure in der Schanktechnik, werden besonders in Bereichen Erfolge erzielt, die für den Menschen und dessen Umwelt wichtig sind:

- Trink- und Abwassertechnik
- Reinigen von Produktions- und Mehrwegbehältern
- Pflanzenschutz
- Hochdruckextraktion
- Rohstoffschonende Kaltvermahlung
- Kunststofftechnik
u.v.m.

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über die Einsatzgebiete.

Ökotech für eine saubere Umwelt.
Wir kümmern uns um:

- Grundwassersanierung
- Schwermetallausfällung
- Steinverhütung
- Abwasserneutralisation
- Brauchwasseraufbereitung
- Schweißen und Gießen
- u.v.m.


Lange Gasservice bietet ein vielfältiges Spektrum der CO2-Technologie für die Lebensmittelindustrie an. Dabei ist Kohlensäure besonders interessant, da es sich hier um einen rein natürlichen Stoff handelt, der keine Lösungsmittelrückstände in den Lebensmitteln zurücklässt. Besondere Technologien und Verfahrensweisen stellen zudem sicher, dass Lange Gasservice in vielen Bereichen der Lebensmittelindustrie tätig ist, wie z.B.


- Hochdruckextraktion
- Druckentwesung
bei Lebensmitteln wie Getreideprodukten, Cerealien,
  Trockengemüse, Süsswaren, Nüssen, Trockenobst, Küchenkräuter, Gewürze, Kräuter- und Früchtetee, Arzneipflanzen und pharmazeutische Rohstoffe, Rohtabak, Tabakerzeugnisse,Tiernahrung
- Kaltvermahlung
- Schockfrosten
- Verpacken


Lange Gasservice
ist ein wichtiger Partner der Lebensmittelindustrie mit einer hochspezialisierten Technologie auf CO2-Basis, die problemlos, kostengünstig und wartungseinfach bei vielen nahmhaften Nahrungsmittelkonzernen zum Einsatz kommt.

Getränkeindustrie

Die meisten Menschen denken bei dem Begriff Kohlensäure spontan an alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Bier. Das ist ganz natürlich, denn hier wird Kohlensäure täglich sichtbar. Doch wie wichtig die kleinen Perlen mit der belebenden Frische im Glas sind, weiß meistens nur der Fachmann.

CO2 ist keimfrei und wirkt mit seiner bakteriostatischen Wirkung einer Keimbildung entgegen. Deshalb werden seit über einem Jahrhundert Quell- und Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure imprägniert. Beim Bier ist die Kohlensäure für die "Blume" verantwortlich. Hervorgerufen durch das Ausperlen von CO2 erfüllt die Schaumkrone die wichtigste Aufgabe, das Bier gegen geschmacksmindernden Sauerstoffeinfluß zu schützen.

Der unerwünschte Kontakt Sauerstoff - Bier wird mit Hilfe von CO
2 auch am Flaschen- und Dosenfüller vermieden. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens ist jedem Brauer wohlbekannt.

Fortgeschrittliche Brauereien nutzen den problemlosen Einsatz von CO2 für neue Anwendungsgebiete:


- Entlüftung von Lagertanks
- Vorspannen von Drucktanks und Fässern
- Leerdrücken von Drucktanks oder
- Lagerung und den Transport des modernen Bier-Drive-Systems.


Kohlensäure ist also weit mehr als nur "der Druck zum Zapfhahn".

Wie die Brauer nutzen auch die Weinerzeuger die qualitätsverbessernde Wirkung von Kohlensäure.


Seit den 30er Jahren ist die keimarme Einlagerung von Süßreserven in Drucktanks unter CO
2-Imprägnierung bekannt. Den eingelagerten, hochwertigen Traubenmosten wird, so ein übermaßiges Schwefeln erspart.

Aber auch bei der Filtration, Tanktransporten und beim Umpumpen wird Kohlensäure als Sicherheitsfaktor genutzt. Die Kopfraumbegasung bei der Flaschenabfüllung dient zum Schutz gegen enzymatische und oxydative Veränderungen.

Der Verbraucherwunsch nach spritzigen, fruchtigen Weinen hat die Auffrischung des Weines (Karbonisierung) nicht nur von älteren, firnigen Weinen gefördet. Dabei wird
kein unnatürlicher Eingriff vorgenommen, denn CO2 ist als Lösungsmenge in jedem Wein enthalten.

Kohlendioxid - Kohlensäure?


Ist der richtige Name Kohlendioxid oder Kohlensäure?

Das Kohlendioxid- oder Kohlenstoffdioxidmolekül (CO2) ist keine Säure, da es Protonen nicht zur Verfügung stellen kann. Erst nachdem man Kohlenstoffdioxid in Wasser eingeleitet hat, reagiert ein kleiner Teil, ca. 0,1 %, zur schwachen Kohlensäure:

CO2 + H2O = H2CO3

In freier Form ist Kohlensäure nicht bekannt. Die Kohlensäure ist eine zweiprotonige Säure und dissoziiert in zwei Stufen:

H2CO3 + H2O = H3O+ + HCO3-
HCO
3- + H2O = H3O+ + CO32-

Obwohl Kohlendioxid chemisch gesehen das Anhydrid der Kohlensäure (H
2CO3) ist, werden im Handel diese beiden Begriffe für das unter Druck verflüssigte und gelagerte Gas CO2 synonym verwendet.

Im Laufe der wissenschaftlichen Erforschung hat das heute Kohlendioxid genannte Molekül jedoch eine Vielzahl von Namen erhalten. Paracelsus (1431 - 1541) prägte den Begriff "spiritus sylvestris", einen "wilden Geist". In weiteren Quellen wird es "Mineralgeist von heilenden Quellen" oder "Spiritus mineralis elasticus fontium medicatarum" genannt. Weitere Namen, die gefunden wurden:

J. B. van Helmont
1577 bis 1644
"gas sylvestre"
R. Boyle
1627 bis 1691
"künstliche Luft"
S. Hales
1677 bis 1761
"fixe Luft"
J. Black
1728 bis 1799
"feste Luft"
Bewley
um 1770 
"mephistische Säure"
Macquer
1771
"mephistisches Gas"
Keir
um 1780
"Kalkgas"
A. L. de Lavoisier 
1743 bis 1794
"Kreidensäure"
J. von Herbert
1779
"Gärungsluft"
Ritter Bergmann
1779
"Luftsäure"

 

Was war die erste Anwendung für Kohlendioxid?

Den Untergang des Kriegsschiffes "Grosser Kurfürst" im Jahre 1878 nahm der Oberlehrer Dr. W. Raydt in Hannover zum Anlass, sich mit der Hebung schwerer Lasten im Wasser zu beschäftigen. Während seiner Versuche mit einer "Natterer'schen Pumpe" musste er jedoch feststellen, dass diese Erfindung des Wieners Natterer aus dem Jahre 1844 für die Verflüssigung grösserer CO2-Mengen nicht geeignet war. Erst nachdem es Dr. Raydt gelungen war mit einem Kompressor grössere Mengen flüssigen Kohlendioxids herzustellen, konnte er seine Idee umsetzen. Es gelang ihm am 27.08.1879 grössere Mengen verflüssigten CO2 für die Hebung eines Ankersteines aus einer Werft in Kiel einzusetzen. Hierzu wurde der Ankerstein an einem Ballon befestigt der anschliessend mit dem Kohlendioxid aufgebläht wurde. Aus dem Protokoll dieses Versuches:

"Kiel, den 28. August 1879. Am heutigen Tage wurde im Ausrüstungsbassin der kaiserlichen Werft von Herrn Dr. Raydt in Gegenwart der Unterzeichneten der Versuch gemacht, dass von ihm erfundene Verfahren "durch flüssig gemachte Kohlensäure Ballons unter Wasser schnell aufzublähen, um mit diesen gesunkene Gegenstände zu heben", zur Ausführung zu bringen.
Der mit dem Kohlensäure-Behälter versehene Ballon wurde an dem zu hebenden, rund 300 Ctr. schweren, 10 m unter Wasser liegenden Ankersteine befestigt, und sodann das Ventil des Behälters geöffnet. Nach Verlauf von 8 Minuten erschien der vollständig aufgeblähte Ballon an der Wasseroberfläche, den Ankerstein unter sich tragend. Die Hebung war damit vollständig gelungen. Der Ausrüstungdirektor der Werft zu Kiel Krokisius, Corvetten-Capitain. Der Marine-Hafenbau-Direktor G. Franzisus."

Am 8. Juli 1881 schloss die Firma Kuhnheim & Comp., Berlin mit Dr. W. Raydt einen Vertrag, um einige seiner Patente zu nutzen und anschliessend am 13.12.1883 die "Actien - Gesellschft für Kohlensäure-Industrie, Berlin" zu gründen.

 

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